Balkone & Terassen

Einiges zur Nutzung von Balkonen und Terassen
 
Ein gut geplanter Balkon / Terasse ermöglicht Ihnen schönen Stunden mit Ihrer Familie und Freunden im freien zu verbringen und trotzdem auf keine der gewohnten Annehmlichkeiten wie zB. Ihrem eigenen
Kühlschrank verzichten zu müssen. Balkone und Terassen eignen sich hervorragend um zB. Ziersträucher in Form von Kübelpflanzen oder Blumen und auch immer öfter Gewürzpflanzen gedeihen zu lassen.
Natürlich können Sie den Erholungswert / Aussehen Ihres Balkones durch die Verschönerung mit entsprechender Bepflanzung auch deutlich erhöhen.
Sie erlangen durch einen gut geplanten Balkon nicht nur eine wunderbare Erweiterung Ihres Wohnzimmers nach draußen sondern werden den Spruch vom Urlaub auf "Balkonien" völlig neu erleben.
 
Gedanken zur Planung rund um Balkone und Terassen
 
Der Balkon kann eine Auskragung der Geschossdecke sein oder eine Plattform, die auf Konsolen oder Kragträgern an der Außenwand eines Gebäudes befestigt ist.
Ist der Balkon von Außenwänden umschlossen, so wird er als Erker bezeichnet. Liegt er zurückgesetzt im Baukörper, ist somit dreiseitig umschlossen und überdeckt spricht man von einer Loggia.

 

Eine teil-, halb- oder ganz offene Fläche auf oder unter der Erdgeschossebene eines Hauses wird als Terrasse bezeichnet.
Ist diese Fläche überdacht, spricht man von einer Veranda. Der sogenannte französische Balkon ist gar kein Balkon im eigentlichen Sinne. Es handelt sich um ein bodentiefes
Fenster mit Geländer, das nur minimal aus der Fassade hervor tritt.

 

Alte Balkone, die als Kragarm aus der entsprechenden Geschossdecke münden, bilden konstruktionsbedingt oft Wärmebrücken, insbesondere bei Stahlbeton-Konstruktionen.
Bei modernen Balkonen sorgen spezielle Dämmelemente (Isokorb) für die notwendige thermische Trennung und Wärmedämmung. Als statische Alternative kann der Balkon mit eigenem Tragwerk vor dem eigentlichen Gebäude stehen und nur an der Außenwand rückverankert werden.
Bei einer sogenannten Balkonverglasung wird der Bereich über der Brüstung im Nachhinein verglast. So entsteht ein Glaserker, der als kleiner Wintergarten dienen kann und auch eine Doppelfassade, z.B. gegen Verkehrslärm, darstellt.

 

Südseitig auskragenden Balkone bieten, bei richtiger Dimensionierung, im Sommer eine effektive Verschattung darunterliegender Fenster und Glasfassaden, speziell während der
Mittagsstunden. Im Winter, bei flach stehender Sonne, werfen diese Balkone keine Schatten auf darunterliegende Fenster und ermöglichen eine passive Sonnenenergienutzung durch
diese Fenster oder Glasfassaden.

 

Die Terrasse ist ein Freisitz. Als architektonisches Element schafft sie oft einen Übergang zwischen dem Inneren eines Gebäudes und dem angrenzenden Garten.
Die angrenzenden Räume sind in der Regel mit großen Türen und Fenstern zur Terrasse hin geöffnet. Die Plattform selbst kann als geschützter Außenbereich gestaltet sein, indem sie teilweise überdacht oder von einer Markise oder einer Pergola beschattet wird. Der Garten kann sich unmittelbar an die Terrasse anschließen oder sich auf einer tieferen Ebene (bzw. höher gelegenen Ebene bei Hanglage) befinden und über Treppen oder Rampen mit der Plattform verbunden sein.

 

Hausbau und Planung von Balkon und Terrasse gehen meistens Hand in Hand. Elektroanschlüsse und passende Beleuchtung, der Bodenbelag und nicht zuletzt der genaue Standort von Balkon und Terrasse sind
zu bedenken und auch die Entwässerung will überlegt sein. Viele Hausherren entscheiden sich für einen direkten Zugang der Terrasse durch das Wohnzimmer.
Ebenso beliebt ist es, die Terrasse von der Küche aus zugänglich zu machen.

 

Berücksichtigen Sie bei der Planung, was Sie später auf der Terrasse / dem Balkon hauptsächlich tun möchten. Mit der Familie unter freiem Himmel essen?
Sport treiben? Die Kinder toben und spielen lassen? Die Terrasse als Grillplatz nutzen? Erstaunlich: Oft wird bei der Planung der Terrasse vergessen, Platz für einen Grill oder eine Sonnenliege einzuplanen. Dann ist die Terrasse später zu eng und der Ärger groß. Tipp: Auch eine kleine Terrasse sollte drei Meter an jeder Seite messen.

 

Holzbeläge haben bei einer Terrasse den Vorteil, dass sie nicht so schnell von der Sonne aufgeheizt werden und umgekehrt im Schatten die Hitze nicht so schnell wieder abgeben. Man
kann also unbeschadet auf der Terrasse Barfuß laufen. Der Holzbelag ist sehr stabil und witterungsbeständig. Natursteinplatten hingegen sind auf der Terrasse am längsten haltbar und lassen
sich nur schwer verschieben, weil sie einzeln eingeschlagen werden. Bodenfliesen erlauben es, die Terrasse auf unterschiedliche Weise zu gestalten, da Fliesen vielfältige Muster und Farben
haben können. Besonders große Terrassen lassen sich auf diese Weise abwechselungsreich gestalten. Allerdings ist bei Bodenfliesen auf der Terrasse Vorsicht geboten: Im Winter oder bei Regen können sie die Terrasse aufgrund ihrer glatten Oberfläche rutschig machen.
 


Sonnenschutz
 


Terrassen sollten in Süd- oder Westrichtung geplant werden, dann nutzen Sie die meisten Sonnenstunden. Noch ein Plus: Je tiefer die Sonne im Winter sinkt, desto länger scheint sie auf Ihre Terrasse.
Im Hochsommer kann es auf der Terrasse sehr heiß werden. Der passende Sonnenschutz für die Terrasse ist unerlässlich. Klassiker sind ausfahrbare Markisen, Sonnensegel, eine Teilüberdachung der
Terrasse und natürlich der Sonnenschirm. Wer es natürlich mag, pflanzt einen schattenspendenden Baum oder lässt Sichtschutzelemente mit Kletterpflanzen bewachsen. Durch die Kombination aus
mittelgroßen Pflanzen an der Stirnseite und die Terrasse begrenzenden Paravents oder Rankgittern erreichen Sie zusätzlichen Sichtschutz, ohne dass die Terrasse auf eine kleine Parzelle verengt wird.
Tipp: Weil helle Hausfassaden meistens blenden, verzichten Sie auf der Terrasse am besten auf grelle, stark reflektierende Farben und Materialien.
 


Zur Geschichte von Balkonen

 

 

Balkone gehören zu den Freisitzen. Im Wohnungsbau wurden bis zum Ende der 1930er Jahre Balkone als sogenannte Schmuckbalkone an den straßenseitigen Gebäudefronten und als
Wirtschaftsbalkone an den rückseitigen Hoffassaden der Gebäude erbaut. Die Wirtschaftsbalkone waren meist den Küchen vorgelagert und für Hausarbeiten im Freien bzw. zum Wäsche
trocknen vorgesehen. Maßstab der Flächenbemessung war: Mindesttiefe 1,00 m = 1 Stuhl. Mit der Verbesserung der Wohnqualität ab Mitte der 1950er Jahre wurden Balkone zum festen Bestandteil von Gebäudeneubauten, wurden und werden aber zunehmend auch bei der Altbausanierung zugefügt.